RWE weiter auf dem Irrweg
Greenpeace Köln protestiert gegen Braunkohlekraftwerk in Niederaußem
 Bergheim, 18. 11. 2014 Gegen das von RWE geplante Braunkohlekraftwerk BoAplus protestieren Ehrenamtliche von Greenpeace Köln zusammen mit lokalen Bürgerinitiativen mit einem 14 Meter großen Banner vor dem Bergheimer Rathaus. Dort entscheidet heute der Umwelt- und Planungs-Ausschuss über die Änderung des Flächennutzungs- und Bebauungsplans in Niederaußem. „RWE blockiert die Energiewende. Schluss mit BoAplus“, fordern die Umweltschützer auf ihrem Banner.
 Die Umweltschützer fordern den Umweltausschuss und den Rat der Stadt Bergheim auf, umgehend die Planungen für BoAplus einzustellen. Erst vor zwei Wochen hat der Weltklimarat erneut die gravierenden Folgen des Klimawandels dargelegt, die unmittelbar bevorstehen. „Dieses neue  Kohlekraftwerk lässt sich nicht vereinbaren mit dem NRW-Klimaschutzgesetz“, sagt Tim Petzoldt von Greenpeace Köln. Der Vorstandsvorsitzende von RWE, Peter Terium muss offenlegen, wie RWE als größter CO2-Emittent Deutschlands, 40 Prozent CO2 bis zum Jahr 2020 einsparen will. „Ein Sonderweg für RWE ist in Zeiten der Energiewende nicht hinnehmbar“, sagt Petzoldt.
 Greenpeace und lokale Bürgerinitiativen weisen zudem auf die Gesundheitsgefahren durch die Verbrennung von Braunkohle hin. Sollte
 BoAplus gebaut werden, würde das Kohlekraftwerk jährlich 3224 Tonnen Stickoxide, 1612 Tonnen Schwefeloxide, 322 Tonnen Feinstaub sowie große Mengen an Schwermetallen und 320 Kilogramm Quecksilber ausstoßen. „Tagtäglich müssen wir diese Schadstoffe einatmen. Der Gedanke, dass dies mit BoAplus jetzt noch 30 Jahre so weiter gehen soll, ist für uns unerträglich“, sagt Josef Schumacher von der Bürgerinitiative „Leben ohne Braunkohle“ aus Stommeln. Neben Pulheim und Köln ist Stommeln die Gemeinde, die durch den vorherrschenden Westwind am stärksten durch BoAplus-Schadstoffe beeinträchtigt wird.
 Aus Klimaschutz- und Gesundheitsgründen fordert Greenpeace zusammen mit  BUND, Campact und NABU bis zum Jahr 2020 die Abschaltung aller deutschen Braunkohlekraftwerke, die älter als 35 Jahre sind. Dies ist notwendig, um die Klimaschutzziele der Bundesregierung und des NRW-Klimaschutzgesetzes bis 2020 noch zu erreichen. Deutschland produzierte in den vergangenen Jahren mehr Strom als national benötigt wurde. Insgesamt beliefen sich die Überschüsse im Jahr 2012 auf 23 Milliarden kWh und im Jahr 2013 auf 34 Milliarden kWh. Eine kurzfristige Abschaltung dieser Überkapazitäten ist ohne Probleme möglich. Im Fall von Stromengpässen stehen zahlreiche moderne und effiziente Gaskraftwerke mit Kraftwärmekopplung zur Verfügung, die zurzeit wegen des Überangebotes stillstehen.
 Weitere Informationen zum geforderten Kohleausstieg und den Gesundheitsgefahren der Kohlekraftwerke gibt es unter: http://bit.ly/1xfm1fo und http://bit.ly/1xQKDsZ

3 Comments

  1. Pingback: Schluss mit BoAplus | Greenpeace Köln | Greenpeace Köln

  2. Famlie Wieschermann

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    wir möchten Sie fragen, ob wir von Ihrer Seite irgendeine Hilfe erwarten
    können was unsere Initiative gegen das „Ultranet in Pulheim Geyen“ betrifft.

    Wir wohnen in unmittelbarer Nähe der 80m hohen Monstertürme ( NEIN, 
    ohne den erforderlichen Mindestabstand von 400m sondern ca 130m entfernt !)
    und sind in grosser Sorge um unsere Gesundheit und die unseres Kindes.

    https://www.ksta.de/region/rhein-erft/pulheim/gleichstromtrasse-in-pulheim-plaene-loesen-anfrage-im-landtag-aus-30968684

    Wir sind gerade dabei, eine Bürgerinitiative zu gründen und würden uns über Ihre
    Hilfe sehr freuen.

    Freundliche Grüsse

    Familie Wieschermann
    Baadenbergstrasse 19
    50259 Pulheim

    1. Judith Blümcke

      Hallo Familie Wieschermann! Vielen Dank für eure Info und toll, dass ihr euch da selbst schon engagiert. Wie weit wir uns da einbringen können, müssten wir prüfen. Wir können da Ad Hoc nichts versprechen, weil wir bisher zu dem Thema noch nicht gearbeitet haben, so zumindest mein aktueller Kenntnisstand. Vielleicht könnt ihr mal eine Mail an unsere info@ E-Mail Adresse senden. Danke und LG, JB

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