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Welthandel – Zeitalter der Globalisierung
09.07.2005
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Spätestens seit Beginn der Neunziger ist Globalisierung in aller Munde. Unter Globalisierung versteht man die fortschreitende Verflechtung der Volkswirtschaften von zahlreichen Staaten. So wachsen Welthandel und Auslandsinvestitionen als Motoren der Weltwirtschaft inzwischen schneller als die Produktion. Zugleich hat sich die Schere zwischen reich und arm weiter geöffnet und die globale Umweltzerstörung nimmt im Zuge des Handels ohne Grenzen zu. Greenpeace setzt sich daher für ökologische und soziale Leitplanken im Weltwirtschaftssystem ein.
Globalisierung strebt den Vorrang der Wirtschaft vor Politik, sozialen Aspekten, Kultur und Ökologie an. Der Erhalt der Umwelt wird der wirtschaftlichen Entwicklung nachgeordnet. Diese Hierarchie ist mit den

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Grundprinzipien und Visionen von Greenpeace nicht vereinbar.
Globalisierung aus der Sicht einiger Politiker und Manager baut auf Freihandel, das heißt Liberalisierung nach außen und Deregulierung nach innen (Abbau von Handelshemmnissen, Investitionsauflagen, usw.) Dem liegt die Vorstellung zugrunde, dass über die Mechanismen des freien Marktes eine optimale Ressourcen-Verteilung und damit größtmögliches Wachstum und globaler Wohlstand gewährleistet werden können. Wirtschaftskrisen wie in Asien oder Russland haben zu einem Vertrauensverlust geführt – das Modell Freie Bahn für freien Handel hat sich bislang nicht bewährt.
Wichtigste Akteure der Globalisierung sind transnationale Unternehmen und Firmennetze, die rund um den Globus investieren, produzieren und vermarkten. Solche

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Unternehmen handeln selten nach ökologischen Prinzipen.

Greenpeace ist als internationale Nichtregierungsorganisation (NRO) mit Vertretungen in über 40 Ländern im besten Sinne ein globaler Akteur. Greenpeace folgt dabei fünf Grundprinzipien: Wir arbeiten ökologisch, international, gewaltfrei, unabhängig, konfrontativ. Weil Argumente und Lösungen alleine keine Veränderung schaffen, bedient sich Greenpeace der Aktion und Konfrontation als strategisches Mittel.
Denn erst mit medienwirksamen Aktionen wird Öffentlichkeit geschaffen, werden Debatten ausgelöst und Druck erzeugt. Wenn die Aktionen ein verbreitetes Unrechtsbewusstsein ansprechen, erfüllt Greenpeace eine Stellvertreterfunktion: die Greenpeace-Aktivisten handeln für viele. Diese hohe moralische Legitimität ist ein Eckpfeiler der Stärke von Greenpeace.

Weitere Informationen finden Sie hier

 

 

Dieselruß

Dieselruß macht Krebs. Unter Medizinern ist dies nahezu unumstritten. Das Umwelt- und Prognoseinstitut Heidelberg (UPI) hat sogar berechnet, wie viele Krebstote im Jahr auf Rußpartikel aus Dieselfahrzeugen zurückgehen: rund 8.500 Fälle. Dabei ist die Lösung verhältnismäßig einfach. Mit Hilfe von Filtern kann man den größten Teil der Rußpartikel aus den Abgasen holen.

Lange Zeit mauerten jedoch die deutschen Hersteller, wollten die Filter nicht in ihre Fahrzeuge einbauen. Im Nachbarland Frankreich war man da schon weiter. Peugeot und Citroën beispielsweise bauen die Filter seit 2000 serienmäßig in ihre Fahrzeuge ein.
Dass man auch Altfahrzeuge nachrüsten kann, bewies Greenpeace im Jahr 2002 mit einem umgebauten Mercedes Benz. Politik und Autohersteller brauchten aber immer noch bis 2004, um sich auf einen langsamen Umstieg auf die Verwendung der Dieselfilter in Neufahrzeugen zu verständigen. Die Anreize zum Umrüsten von Altfahrzeugen in Form von Steuererleichterungen sind nicht ausreichend. Tausende Krebstote werden so billigend in Kauf genommen.

Weitere Informationen zum Thema „Dieselruß“ finden Sie unter: www.greenpeace.de

 

 

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Greenpeace Köln beteiligt sich an der internationalen Abrüstungskampagne „Aktion Völkerrecht“

„Atomwaffenfrei bis 2020! Abrüstung wagen!“ Das forderten Aktivisten unserer Friedens-AG bei ihrer Auftaktaktion am Samstag, den 14. Mai, in der Kölner Innenstadt vor dem Apostelnkloster/Neumarkt. Bei Dauerregen und mit nassen Füßen trauten sich leider nur wenige Passanten unter das Greenpeace-Zelt. Diese waren aber umso begeisterter von der Idee des symbolischen Schutzwalles, dem „Denk-mal-Völkerrecht“. Je einen Holzbaustein konnten die Passanten unterschreiben. Mit der Unterzeichnung setzen sich die Menschen für Abrüstung und für eine friedliche Zukunft ein. Die schönsten Baustein-Exemplare malten die Kinder: Sonnen, Herzen, Blumen. Ihre Eltern unterschrieben: In vier Stunden kam

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eine beachtliche Anzahl an Unterschriften für den offenen Brief zusammen. Die Kölner Greenpeacer waren mit ihrer Arbeit zufrieden. Der Anfang ist gelungen, in den nächsten Wochen geht es weiter.

Greenpeace unterstützt mit der Veranstaltung die „Aktion Völkerrecht“, die 2003 von neun Heidelberger Schulsprechern anlässlich des Irak-Krieges gegründet wurde. Die Aktion ist Teil einer internationalen Jugendinitiative für den Frieden. Weltweit haben die Jugendlichen bereits 60.000 Holzklötze mit Unterschriften gesammelt. Es stehen Teilstücke des „Denk-mal-Völkerrecht“ u.a. in Heidelberg, Darmstadt, Siegen, Schwäbisch Gemünd, New York, Hiroshima, Nagasaki und Dehra Dun (Nord Indien).

Anfang Mai wurde ein Teilstück des Schutzwalles im New Yorker Central Park aufgestellt. Anlass: Im New Yorker Hauptquartier der Vereinten Nationen beraten Vertreter von 189 Ländern vom 2. bis 27. Mai 2005 über eine Verschärfung des Atomwaffensperrvertrags (Treaty on the Non-proliferation of Nuclear Weapons, kurz NPT).

Der Vertrag von 1970 verbietet Staaten, die 1967 keine Atomwaffen besaßen, diese zu bauen oder zu kaufen. Im Gegenzug verpflichteten sich die Atommächte, ihre Atomwaffen schrittweise abzurüsten. Damit sollte die Gefahr eines weiteren nuklearen Wettrüstens verhindert werden. Doch 15 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges lagern weltweit immer noch schätzungsweise 16.500 Atomsprengköpfe, davon 150 in Deutschland.

Die Kampagne „Aktion Völkerrecht“ fordert von den Teilnehmern der Überprüfungskonferenz des NPT-Vertrages eine verbindliche Vereinbarung zu verabschieden, die einen Abrüstungs-Zeitplan festlegt. 2020 soll eine Welt ohne Atomwaffen existieren. Dieses Ziel ist realisierbar.

Nach Abschluss der UN-Konferenz wird der „Schutzwall für das Völkerrecht“ nach Hiroshima und Nagasaki gebracht. Dort wird er im August zum 60. Jahrestag der Atombombenabwürfe an die Hunderttausende von Opfern erinnern.

Infos im Internet:
www.atomwaffenfrei.de
www.a-vr.org