Gifte in Adidas Sportartikeln

Greenpeace Köln ist Teil eines weltweiten Aktionstages  

Anlässlich der neusten Greenpeace-Studie „Rote Karten für Sportmarken“ (veröffentlicht am 19.Mai 2014) organisierte die Kölner Greenpeace-Gruppe am 31.Mai 2014 im Rahmen eines weltweiten Demonstrationstages einen  Aktionsstand vor dem Kölner adidas-Geschäft in der Schildergasse. Thematisch passend zur bald stattfindenden WM waren alle Greenpeacer in Fußballoutfits erschienen – mit einer Ausnahme: OHNE GIFTIGE SCHUHE! Stattdessen kamen alle barfuß und hatten sich einen Fuß bis auf drei streifenartige Freiflächen komplett rot angemalt. Ausgerüstet mit einem großen „DETOX OUR SHOES“-Banner, Infomaterialien,  „Mitmachflyer“ und einem Fußball hieß es nun, Passanten und die Filialleitung vom adidas-Geschäft „fußballspielend“ auf folgenden Missstand aufmerksam zu machen: 

Bei der Herstellung von Fußballschuhen, Torhüter-Handschuhen, Fußball T-Shirts sowie dem offiziellen WM-Ball „Brazuca“ werden leider immer noch viel zu viele giftigen Chemikalien verwendet und das trotz einer eingegangenen Verpflichtung seitens der großen Sportartikelhersteller adidas, Nike und Puma, den Chemikalieneinsatz bei der Produktion bis 2020 deutlich zu reduzieren bzw. mit umweltfreundlicheren Alternativen zu ersetzen. Im Gegensatz zu anderen Unternehmen hat Adidas  noch nicht einmal mit der Umstellung angefangen. Weltweit hat Greenpeace in 16 Ländern 33 Produkte eingekauft und diese analysiert. Getestet wurde auf inonische PFC (per- und polyfluorierte Chemikalien), NPE (Nonylphenolethoxylate), Phthalate und DMF (Dimethylformamid). 17 der 21 Fußballschuhe enthielten PFC. Beispielhaft sei hier PFOA herausgestellt, welches in 13 Fällen oberhalb des seit 2008 geltenden EU Grenzwertes von 1 μg/m² für PFOS lag. PFOA ist eng mit PFOS verwandt und besitzt ähnliche Gefährdungsmerkmale (siehe Rote Karte für Sportmarken, Seite 8). Es ist nicht gerade beruhigend, wenn fast zwei Drittel der getesteten Schuhe Chemikalien beinhalten, für die es erstens noch keine EU-weiten Grenzwerte gibt und sich zweitens die gefundenen Konzentrationen oberhalb vergleichbarer gesetzlicher Richtwerte befinden. Hier besteht akuter politischer und unternehmerischer Handlungsbedarf bei der Einführung und Kontrolle von Grenzwerten als auch der Anpassung von Herstellungsprozessen. 

Am problematischsten ist es nämlich für die Menschen in den Herstellungsländern. Deren Flüsse und Trinkwasserquellen sind direkt von der Verseuchung mit Chemikalien betroffen und das führt zu negativen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Konsequenzen für die lokale Bevölkerung. Während wir uns also über schöne neue bunte Schuhe freuen und die Hersteller Milliardenumsätze zur WM verdienen, steigt auf der anderen Seite der Welt das Risiko gestörter Hormonsysteme bei Mensch und Tier sowie potentiell an Krebs zu erkranken (Auswirkungen von PFC). Da sich PFCs sich in der Natur auch nur sehr schwer abbauen, verbreiten sie sich – einmal ins den Wasserkreislauft gelangt – bis in die entlegensten Winkel der Erde und wurden auch schon in der Leber von Eisbären nachgewiesen.

Dies muss ein Ende haben und so fordern wir mit Unterstützung vieler Passanten aus der Kölner Fußgängerzone adidas und Co auf, sich an ihr DETOX-Versprechen zu halten und endlich Taten folgen zu lassen. Um den Druck zu erhöhen gab es die Möglichkeit, sich der längsten La Ola Welle der Welt anzuschließen und beim Greenpeacestand vor Ort oder weiterhin selbst per Smartphone mit der Vine-App ein 6Sekunden Detoxwave-Video zu drehen, um es per Twitter (#Detoxwave) und facebook zu teilen. Macht mit!

Weitere Infos  bei ‚Publikationen: „Rote Karte für Sportmarken“

Über Alex

Alex

Webmaster der Website von Greenpeace Köln und Mitglied des Teams für Öffentlichkeitsarbeit. Verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit von Greenpeace Köln im Internet.

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