Fashion Revolution

Konsumverzicht statt Kaufrausch

Mit diesem „Weckruf“ erinnerten wir am vergangenen verkaufsoffenen Sonntag an den Einsturz des Rana-Plaza-Textilgebäudes am 24. April 2013 in Bangladesch, bei dem tausende Textilarbeiterinnen und -arbeiter ums Leben kamen.

Rana PlazaAuf der Breite Straße am Hanns-Hartmann-Platz hängten wir rund um unseren Greenpeace-Pavillon und quer über den Platz sowie über die Fußgängerzone 60 Kleidungsstücke auf, die der Kleideranzahl entspricht, die in Deutschland durchschnittlich jedes Jahr pro Person gekauft wird. Ein überwältigender Anblick. Und davon werden 40 Prozent selten oder nie getragen! „Eine ganze Menge, nein, so viel kaufe ich nicht, viel weniger“, schüttelten Passanten den Kopf. „Wieviel müssen erst Andere bei diesem Durchschnittswert gekauft haben!“

Am Stand gab es auch Diskussionen: Einige Leute meinten, dass wir am verkaufsoffenen Sonntag mit unserer Philosophie deplaziert seien. Andere fanden die Aktion gut, nahmen unseren Flyer gerne mit. Nach den Gesprächen gingen einige Verbraucher einsichtig weiter, die den verkaufsoffenen Sonntag eigentlich „anders nutzen“ wollten.

Katastrophale Arbeitsbedingungen

Billigmode mit bis zu acht Fashions im Jahr verführt zu übertriebenem Konsum, der wiederum die Produktion von billiger Kleidung in den Entwicklungsländern weiter anfacht. Unter katastrophalen Arbeitsbedingungen und mit Einsatz giftiger Chemikalien müssen Millionen Beschäftigte Gesundheit und Leben auf’s Spiel setzen.

Es ist sinnvoll, überlegt und vorausschauend Kleidung zu kaufen: weniger, dafür mit durch positiven Siegeln belegte Qualitätsware. Dann lohnt der höhere Einsatz durch längere Freude an seinem Lieblingsteil. Auch Kleidertausch, Upcycling oder Erwerb im Secondhandshop machen Spaß und dämmen den Konsumrausch ein. Als Beispiel für die hiesige Region hat Greenpeace Köln den Textilratgeber Köln mit einer Übersicht der wichtigsten Siegel sowie einer kleinen Auswahl an Läden mit Siegelkleidung sowie einigen Secondhandshops erstellt.

Schon viel erreicht

Fernöstliche Textilfabriken leiten ihre Abwässer ungefiltert in die Flüsse. 60 bis 70 Prozent der chinesischen Gewässer sind verseucht, hunderte Millionen Menschen haben kein sauberes Trinkwasser. Durch Verhandlungen und Aktionen hat Greenpeace auf internationaler Ebene erreicht, dass sich viele Global Player der Textilbranche verpflichtet haben, sich von den giftigsten Chemikalien bei der Kleiderproduktion zu verabschieden. Inzwischen haben 35 Firmen eine entsprechende Verpflichtung unterschrieben. Unterstütze auch Du die weltweite Greenpeace-Kampagne!

Manfred Bigge

Respect your clothes!

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