Protest gegen neues Kohlekraftwerk

Köln, 1. Juli 2016 – Heute protestierten Greenpeace-Aktivisten mit einer sieben Meter großen Kohlenstoffblase vor dem Regionalrat Köln. Sie wollen damit die Forderung von CDU, SPD und FDP, in Niederaußem ein neues RWE-Braunkohlekraftwerk zu bauen, öffentlich an den Pranger stellen. „Politiker, die nach der UN-Klimakonferenz von Paris den Bau neuer Kohlekraftwerke fordern, haben den Schuss nicht gehört“, sagt Tim Petzoldt von Greenpeace Köln. „Wir fordern daher den NRW-Umweltminister Herrn Remmel auf, den Neubau von Kohlekraftwerken endlich zu untersagen.“

Der Bau eines neuen Kohlekraftwerks würde mindestens 1,5 Milliarden Euro kosten. Selbst RWE-Sprecher haben immer wieder betont, dass der Bau eines solchen Kohlekraftwerks unter den gegebenen Rahmenbedingungen nicht wirtschaftlich ist. Neben hohen finanziellen Kosten würde der Neubau außerdem über Jahrzehnte weitere Umwelt-, Klima- und Gesundheitsschäden verursachen. „Die Forderungen von SPD, CDU und FDP wirken absurd. Wir fordern vom Regionalrat, den Strukturwandel einzuleiten. Den Arbeitern in den Tagebauen und Kohlekraftwerken vorzugaukeln, dass die Kohle noch gebraucht wird, ist falsch“, so Petzoldt. „Die Zeit der Kohle ist abgelaufen – die Zukunft gehört den Erneuerbaren Energien.“

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass Deutschland die selbstgesteckten Klimaschutzziele von 40 Prozent bis 2020 nicht erreichen wird. Und weil trotz des Ausbaus von Erneuerbaren Energien bisher fast keine alten Kohlekraftwerke abgeschaltet wurden, werden zu große Mengen Strom produziert, die die Stromleitungen an die Grenze ihrer Belastbarkeit bringen. Deutschland musste daher in den vergangenen Jahren immer mehr dreckigen Kohlestrom exportieren.

Mit einer aktuellen Kampagne fordert Greenpeace zusammen mit Fossil Free kommunale Politiker auf, Investitionen in die fossile Industrie zurückzunehmen. Erst vor wenigen Tagen hat die Stadt Bochum beschlossen die Beteiligung an der RWE Beteiligungsgesellschaft zu kündigen, um in einem nächsten Schritt die RWE-Aktien veräußern zu können. Berlin ist schon einen Schritt weiter und hat sich in der vergangenen Woche für ein Divestment, also den Abzug aller Investitionen aus der fossilen Industrie, entschieden. In Köln wurde die Kämmerin Frau Klug beauftragt, ökologische und soziale Kriterien für städtische Investitionen zu formulieren, die in Kürze vorgestellt werden.

2 Comments

  1. Sichere Zukunft

    Ohne Energieerzeugung aus fossilen Energieträgern gibt es keine sichere Zukunft für ein Technologieland wie Deutschland. Wer anderes behauptet, betrügt seine Mitmenschen und sich selbst.
    Deshalb ist es verantwortungsvoll, ein neues Braunkohlekraftwerk mit höchstem Wirkungsgrad zu planen und zu bauen.

    Sichere Zukunft

  2. Pingback: Chronologie der Kölner Divestment-Kampagne | Greenpeace Köln

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