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Schützt unsere Ozeane und Urwälder!
  13.02.2015

Das Leben entwickelte sich aus den Ozeanen und eroberte erst danach das Land. Noch immer aber gilt – ohne intakte Ozeane sind wir nicht lebensfähig. Die Oberfläche unseres Planeten besteht zu 71% aus Wasser mit einer mittleren Tiefe von 4000 m und ist damit der größte Lebensraum und der wichtigste Sauerstoffspender. CO2Speicher, Nahrungsquelle, Wetterküche und Klimagröße sind nur eine Auswahl weiterer elementarer Eigenschaften unser Ozeane für das Leben auf unserem Planeten.

Die existentielle Abhängigkeit sollte uns eigentlich veranlassen, schonend und nachhaltig mit unseren Ozeanen umzugehen. Doch das entspricht nicht der Realität! In den Medien und diversen Publikationen häufen sich Titel wie – “Müllhalde Meer“ – “Ozeane am Limit“ – “Tatort Meer“ – Versauerung, Überfischung, Radioaktivität um hier eine Auswahl zu nennen. In Vorbereitung und weitestgehend nicht wahrgenommen in der Öffentlichkeit ist der Tiefseebergbau – der kommende Erzrausch im Pazifik.

Aktuell im Fokus steht der Eintrag von Plastik als ewige Last für die nächsten Jahrhunderte, möglicherweise sogar für Jahrtausende. Gibt es doch keine Datenbasis darüber – sondern nur Schätzungen. Plastik in allen Formen bis hin zu Mikroplastik ist inzwischen allgegenwärtig von Pol zu Pol – auch wenn wir es oft nicht wahrnehmen wie im Fall der mikroskopischen Partikel. Der Haupteintrag erfolgt hier zu 80% über Land – und kommt schon über die Einbindung in der Nahrungskette zu uns zurück. Fischereiplastik – hier insbesondere die verlorenen Netze und deren Teile wie Dollyropes, fangen und verstricken auch nach Verlust weiter und bringen alle Meeresbewohner vom Wal bis zum Seevogel in Lebensgefahr.

Thematisch arbeiten wir an einer Auswahl dieser Themen mit Infoständen, öffentlichen Aktionen, Vorträgen und in unserer Medienarbeit. Messen und auch ein Stand auf dem Weihnachtsmarkt sind Plattformen für den Kontakt zur interessierten Öffentlichkeit. Die Forderung nach wirksamen Schutzgebieten vor unserer eigenen Küste und ein Schutzgebiet in der Arktis sind auch weiterhin Teil unserer Kampagnenarbeit. Der Schutz der Arktis steht seit Jahren auf der Agenda von Greenpeace, und wird auch nach Rückzug von dem Shell – Bohrteam weiter bearbeitet.

Als Landbewohner gilt unsere Aufmerksamkeit gleichfalls unserer direkten Umwelt regional und weltweit – sowie dem Schutz der Arten. Patenschaften für einzelne Buchen sind ein Weg, die Verantwortung für unsere Wälder in die Öffentlichkeit zu tragen. Der weltweite Schutz der Urwälder sowie die Ausweisung neuer Schutzgebiete ist ein elementares Anliegen für Klima, Wasserhaushalt und Artenreichtum. Urwälder sind die grüne Lunge unserer Erde und spielen für die Regulation des Klimas eine entscheidende Rolle. 80% der Urwälder sind bereits zerstört, der verbliebene Rest ist in großer Gefahr: Jede Minute fällt ein Gebiet in der Größe von 30-35 Fußballfeldern dem Raubbau zum Opfer. Als Hauptursachen gelten die Expansion der Landwirtschaft (Palmöl, Soja, Tierhaltung etc.), Infrastrukturprojekte und Holznutzung (z.B. Papierindustrie). Zusätzlich werden durch die Rodung von Waldflächen Treibhausgase freigesetzt – besonders bei Torfmoorwäldern! Die letzten sieben Urwaldgebiete unserer Erde sind: der Regenwald am Amazonas, die Bergwälder Chiles, der Regenwald Zentralafrikas, die Schneewälder Sibiriens, die Regenwälder Südostasiens, die Urwälder Nordamerikas und Europas. Hier ist der Lebensraum vieler Pflanzen- und Tierarten und der indigenen Völker massiv bedroht.

Als neusten Erfolg zum Waldschutz zu nennen ist das Abkommen von Februar 2016 zum Schutz des Great-Bear-Regenwaldes an der Westküste Kanadas. Der Einsatz über zwei Jahrzehnte auf verschiedenen Einflussebenen führte letztlich zum Erfolg. Der neue überarbeitete Einkaufsführer für Recyclingpapier in Köln ist hier ein kleiner Baustein zu diesem Erfolg.

 

Lothar Klingbeil & Christoph Brade