• Gute Gründe gegen Gentechnik…
  • Gute Gründe gegen Gentechnik…
  • Gute Gründe gegen Gentechnik…

Wir demonstrieren vor Supermärkten und klären die Verbraucher über Missstände im Lebensmittelbereich auf.

1. Risikotechnik

Anders als bei Züchtungen – hierbei werden natürliche Vermischungen von Genen der gleichen Art vollzogen – werden im Gentechnik-Labor Artgrenzen überschritten: Eine Tomate lässt sich natürlicherweise nicht mit einem Kohlkopf kreuzen, eine Ratte nicht mit Raps.
Gene aus Bakterien und Viren werden in Pflanzen hinein manipuliert, um diese unempfindlich gegen Insektenfraß oder Spritzmittel zu machen.
Das Erbgut ist jedoch komplex und weitgehend unerforscht. Einzelne Gene beeinflussen oft mehrere Eigenschaften einer Pflanze. Bei gentechnischen Experimenten können weder der Ort, wo das Gen eingebaut wird, noch die Anzahl der eingebauten Kopien noch die Wechselwirkungen mit anderen Genen gezielt gesteuert werden. Unerwartete Nebenwirkungen, z.B. Veränderungen im Stoffwechsel der Pflanze, kann daher niemand ausschließen.

15b2. Genpflanzen breiten sich unkontrolliert aus

Gen-Pflanzen beachten keine Ackergrenzen. Einmal in die Umwelt ausgesetzt, sind sie nicht mehr rückholbar und übertragen ihre Eigenschaften durch Pollenflug oder Insekten auf herkömmliche Pflanzen. In Kanada z.B. hat sich Gen-Raps fast flächendeckend ausgebreitet, so dass Ökobauern ihren Rapsanbau aufgeben mussten. Gen-Pflanzen machen aber nicht nur langfristig die gentechnikfreie Landwirtschaft unmöglich, sie stellen auch eine Gefahr für das ökologische Gleichgewicht dar: In Pflanzen eingebautes Insektengift tötet nützliche Insekten, während Schädlinge unempfindlich gegen das Gift werden. Gentechnisch veränderte Pflanzen, die widerstandsfähig gegen Spritzmittel sind, vergrößern den Gifteinsatz in der Landwirtschaft.
Wenn Gen-Pflanzen sich in der Natur ausbreiten, verdrängen sie damit natürliche Pflanzen und schädigen so die biologische Vielfalt.

3. Mehr Spritzmittel durch Genpflanzen

Die meisten Genpflanzen wurden gegen Pflanzenvernichtungsmittel unempfindlich gemacht. In Nordamerika, wo Genpflanzen bereits großflächig angebaut werden, haben Unkräuter mittlerweile neue Abwehrkräfte entwickelt und überleben die Spritzmittel. Um sie zu bekämpfen, müssen mehr und stärkere Gifte eingesetzt werden. So führen Genpflanzen zu einem steigenden Gifteinsatz auf dem Acker.

4. Gen-Soja zerstört Urwald

80% der weltweit angebauten Genpflanzen landet in den Futtertrögen von Kühen, Schweinen und Hühnern. Um den steigenden Bedarf nach Fleisch zu decken, werden Anbaugebiete für Soja in den Hauptproduktionsgebieten in Südamerika ständig vergrößert. Die Ausweitung des Sojaanbaus zerstört den Urwald. Dabei wird vor allem gentechnisch veränderte Soja gepflanzt. Wir setzen uns daher für gentechnikfreie Soja ohne Urwaldzerstörung ein.

5. Wenige mächtige Konzerne kontrollieren unsere Lebensmittel

Mit dem Versprechen, das Hungerproblem zu lösen, versuchen Gentechnik-Konzerne die Öffentlichkeit von der Notwendigkeit ihrer Risikotechnologie zu überzeugen. Doch die Gentechnik bekämpft nicht den Hunger der Welt, sondern ist Teil des Problems. Denn durch Patente auf Saatgut versuchen die Konzerne, sich das Monopol über die landwirtschaftliche Produktion und Ernährung zu verschaffen. So können sie diktieren, wer was zu welchen Bedingungen und Preisen verkaufen darf.

6. Überwachung scheitert

Die acht Jahre, in denen gentechnisch veränderte Organismen gewerbsmäßig freigesetzt werden, haben gezeigt, dass das Genehmigungsverfahren von Gen-Pflanzen nicht wirksam genug ist, um die Sicherheit von gentechnisch veränderten Organismen und Gen-Produkten zu gewährleisten. Dies belegt die aktuelle Kontroverse um den Mais MON 683. Dieser Gen-Mais der Firma Monsanto hatte bei Fütterungsversuchen an Ratten schwere Schäden verursacht. Unter anderem veränderte sich das Blutbild der Nager und es kam zu Nierenschäden. Dennoch haben sich die europäische Zulassungsbehörde (European Food Safety Authority) und das deutsche Robert Koch Institut für eine Marktzulassung ausgesprochen.

7. Gesundheitliche Risiken

Die Langzeitauswirkungen auf die menschliche Gesundheit bei der Ernährung mit genmanipulierten Nahrungsmitteln sind bisher nicht ausreichend erforscht. Es ist also nicht auszuschließen, dass Gen-Food gesundheitliche Probleme schaffen oder verstärken kann. Zum Beispiel könnten durch die Einbringung der Fremdgene neue Eiweißstoffe gebildet werden, die Allergien auslösen, oder es könnten Giftstoffe entstehen.
Wir setzen uns für eine natürliche Agrarwirtschaft und Ernährung ein und fordern:

* keine Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen
* keine Gentechnik in Lebensmitteln und Tiernahrung
* keine Urwaldzerstörung für den Sojaanbau
* keine Patente auf Pflanzen, Saatgut und Lebewesen
Greenpeace – Gute Gründe gegen Gentechnik (pdf)