Antibiotika in Billigfleisch: Greenpeace informiert vor Lidl

Deutschlandweite Infotour in Köln

Mit einem drei mal drei Meter großem Kotelett und umfangreichen Informationen über die schädlichen Folgen der Massentierhaltung informierte Greenpeace am 17.08.17 vor der Lidl-Filiale auf dem Habsburgerring. Unter einer Schwarzlichtlampe lassen sich Rückstände eingesetzter Antibiotika erkennen. Passanten konnten sich mit eigenen Augen davon überzeugen. Der sorglose Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung ist eine Gefahr für die Gesundheit der Menschen. Nur bessere Tierhaltung mit weniger Antibiotika kann die Fehlentwicklung stoppen. „Wir brauchen eine Wende, weg vom Billigfleisch hin zu fairen Bedingungen und fairen Preisen für die Erzeugererklärten die Aktivisten den Verbrauchern.

Sechs Wochen lang tourt Greenpeace durch 32 deutsche Städte, um vor Lidl-Filialen über die Konsequenzen der Billigpreispolitik beim Fleisch aufmerksam zu machen. Die Aktivisten der ehrenamtlichen Greenpeace Gruppe Köln haben mit sehr vielen Passanten gesprochen und mit Lidl-Kunden diskutiert. Die Verbraucher stehen fast alle zu unserer Aufklärungsaktion und wünschen bessere Tierhaltung und damit bessere Fleischqualität. Viele sind bereit, für bessere Qualität mehr zu bezahlen, Beispiel Biometzger.

Bei höheren Preisen sinken die Verkäufe und damit auch die die Fleischproduktionen. Durch die derzeitige Überproduktion wird der Export gefördert, aber die Gülle bleibt im Lande.

In deutschen Ställen werden mit rund 800 Tonnen im Jahr etwa so viele Antibiotika eingesetzt wie in der Humanmedizin. Der hohe Einsatz sorgt dafür, dass sich immer mehr Keime ausbilden, die gegen gängige Antibiotika resistent sind. An den Folgen sterben in Europa jährlich etwa 25.000 Menschen. Das Problem ist so drängend, dass die Weltgesundheitsorganisation bereits vor einem „postantibiotischen Zeitalter“ warnt und ein schnelles und entschiedenes Vorgehen gegen zunehmende Resistenzen fordert. Die Rückstände einiger Antibiotika sind in den Schweineknochen nachweisbar.

Relativ viele Verbraucher sagten, dass sie kein Fleisch essen oder nur beim Biometzger kaufen würden. Umso selbstverständlicher haben sie die Potestkarten gegen die Billigfleischpolitik von Lidl unterschrieben.

Manfred Bigge 

Köln, 19.08.2017

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